Bei manchen Mail-Programmen wie Yahoo oder Google funktioniert es bereits: Seriöse E-Mail Versender können dafür sorgen, dass ihr Logo als Absender in der Inbox der Empfänger angezeigt wird.

Der Schlüssel dafür heisst BIMI. Das Akronym steht für „Brand Indicators for Message Identification” und ist ein offener Standard, an dem sich unter anderem Branchenriesen wie Google, Linkedin, Microsoft, Sendgrid oder Verizon beteiligt haben.

Für BIMI gibt es inzwischen auch eine eigene Website, die eine Beschreibung der technischen Details und FAQs bereitstellt.

 

Was bringt BIMI eigentlich?

BIMI hat für den Versender mehrere Vorteile:

  • Die Wiedererkennbarkeit des Absenders ist deutlich höher und damit ist sehr wahrscheinlich, dass auch die Öffnungsrate steigen würde.
  • Durch die höhere Vertrauenswürdigkeit (siehe dazu unten) wird die Zustellquote steigen bzw. sinkt das Risiko, bei den teilnehmenden Mailbox-Providern im Spam-Filter zu landen.
  • Es sind in den meisten Fällen keine externe Kosten mit der Implementierung von BIMI verbunden.
  • Sie können Ihre Marke regelmäßig kommunizieren.
  • Die Implementierung ist normalerweise kostenlos (sofern der Anbieter bzw. Ihre Software das überhaupt unterstützt).
  • Der Empfänger kann sich sicher sein, dass die empfangenen E-Mails auch wirklich vom Absender stammen.

Doch die Platzierung des Logos zu erreichen ist nicht ganz trivial: Die wichtigste Voraussetzung ist der Einsatz des Authentifizierungsverfahrens DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting & Conformance); vereinfacht gesagt stellt DMARC sicher, dass Absender und Inhalt eines Mailings tatsächlich vom Versender stammen und der Inhalt während des „Transports“ nicht verändert wurde.

 

Es gibt auch mehrere Nachteile

Es ergeben sich in der Praxis eine Reihe von Hürden, die erst überwunden werden müssen:

  • BIMI setzt DMARC voraus und dessen Implementierung ist mit einem Aufwand, auch auf Kundenseite, verbunden. Zum Beispiel müssen u.U. mehrere Sub-Domains angelegt und mehrmals Einträge im DNS vorgenommen werden. Das ist zwar keine Raketenwissenschaft, aber gerade KMUs werden damit oft überfordert sein oder müssen dafür externe Dienstleister beauftragen.
  • Auch die Versandsoftware muss sowohl DMARC als auch BIMI unterstützen – und das tun derzeit noch die wenigsten.

Doch der größte Haken an der aktuellen Situation ist die mangelnde Unterstützung durch die Mailbox-Provider. Derzeit wird BIMI nur von Yahoo (gehört zu Verizon) und Google unterstützt – und dieses Mail-Programm ist in unseren Breiten kaum verbreitet.

Allerdings hat Google angekündigt, BIMI in eine Pilotphase zu übernehmen – und damit würde BIMI schon bald von den Inboxen von Gmail & Co. unterstützt werden.

Leider gibt es aber nach wie vor Einzelgänge wie die deutsche United Internet Gruppe (dazu gehören 1&1, GMX, Web.de und andere), die mit dem „Trusted Dialog“ ihren eigenen – für die Versender übrigens kostenpflichtigen – Standard entwickelt hat.

 

Fazit: Gute Idee, aber es wird noch dauern

BIMI ist grundsätzlich eine sehr gute Idee, denn der Standard erhöht die Vertrauenswürdigkeit in das Medium und erleichtert es seriösen Versendern, in die Inbox der Empfänger zu gelangen und durch das eigene Logo eine höhere Aufmerksamkeit zu erzielen.

Noch stehen dem allerdings zwei große Hürden entgegen: Der technische Aufwand ist nicht ganz trivial und die Verbreitung dieses Standards ist noch viel zu gering. Daher zahlt es sich derzeit für Versender derzeit noch nicht aus, hier Aufwand zu investieren.

Doch das Pilotprojekt von Google könnte das schon bald ändern. Denn wie die Erfahrung gezeigt hat, ziehen einige große Mailbox-Provider nach, wenn Google die Richtung vorgibt.

 

 

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Bild-Credit: Photo by Markus Spiske on Unsplash.