Für eine umfassende Beurteilung des Erfolgs eines E-Mailings ist oft auch die Analyse notwendig, was die Newsletter-Leser nach dem Klick auf einen Link auf der Website getan haben: Welche Seiten wurden aufgerufen? Welche Ziele wurden erreicht?
Die meisten Unternehmen führen solche Analysen wohl in Google Analytics durch. Doch seit der Umstellung von Universal Analytics auf Google Analytics 4 ist die Analyse mit GA4 unendlich mühsam geworden: Für die meisten Unternehmen ist es völlig überladen, man findet kaum noch die richtigen Zahlen, der GA-Tracking-Code wird oft geblockt und datenschutzrechtlich problematisch ist der Einsatz auch noch.
Deshalb haben wir uns auf die Suche nach einer Alternative für uns selbst gemacht. Und sind fündig geworden!
Zum Jahreswechsel sind wir auf Plausible Analytics umgestiegen. Und zwar aus folgenden Gründen:
Echtes Privacy-first.
Plausible verfolgt einen strengen Privacy-first Ansatz und ist damit 100% DSGVO-konform, was man von Google Analytics nicht gerade behaupten kann. Konkret:
- Plausible ist ein europäisches Unternehmen, die Server stehen in Deutschland.
- Es werden keine Cookies gesetzt.
- Die IP-Adressen werden gehashed und nicht gespeichert.
- Es wird penibel darauf geachtet, keinerlei personenbezogenen Daten zu erfassen.
- Es gibt sogar eine On-Premise Variante, die man auf dem eigenen Server installieren kann!
Kein Cookie-Banner mehr notwendig.
Da von Plausible keine Cookies gesetzt werden, ist auch der nervige Cookie-Banner nicht notwendig (ausgenommen natürlich, er wird für andere Tools auf Ihrer Website benötigt).
Das bedeutet aber auch, dass deutlich mehr Besucher von Plausible erfasst werden können. In unseren ersten Tests waren die Zahlen etwa doppelt so hoch wie bei Google Analytics.
Plausible arbeitet außerdem überwiegend mit direkt beobachteten Metriken; GA4 ergänzt bei Consent-Themen teils modellierte Daten, die für Trends nützlich sind, aber keine „gemessene Wahrheit“.
Wesentlich einfacher und intuitiver!
Der größte Vorteil aus unserer Sicht ist die Usability: Die wichtigsten Kennzahlen findet man mit nur einem Klick direkt auf dem Dashboard. Kein mühsames Suchen, kein Erstellen von Reports notwendig und die Kennzahlen sind deutlich verständlicher aufbereitet.
Die Interpretation der Kennzahlen ist ebenso einfacher, es ist deutlich weniger Spezialwissen notwendig als für GA.
Außerdem kann man super-einfach in die Tiefe gehen und Filter setzen, Segmente bilden oder Conversions analysieren. Gegenüber GA ist das für uns ein Quantensprung.
Leichter und schneller.
Der Tracking-Code von Plausible ist – nach eigenen Angaben – 75x schlanker als jener von GA. Das macht natürlich auch die Website (etwas) schneller und wirkt sich damit indirekt auch positiv auf SEO-Kriterien (Web Core Vitals) aus.
Daten können übernommen werden.
Bei der Einrichtung können die Daten von Google Analytics in Plausible importiert werden! Auch wenn aus unserer Sicht ein echter „Neustart“ vielleicht besser ist.
Auch die klassischen utm-Parameter werden von Plausible verstanden, müssen also nicht angepasst werden.
Gibt es auch Schwächen?
Natürlich. Plausible ist sicher nicht für jede Website eine Alternative. Die wichtigsten Nachteile aus unserer Sicht:
- Kosten: Auch wenn Plausible sehr günstig ist (EUR 9,- bis 19,- pro Monat, je nach Anzahl der Websites und der Features) ist es nicht kostenlos wie Google Analytics.
- Funktionsumfang: Google Analytics bietet deutlich mehr Funktionen, die vor allem für sehr umfangreiche und E-Commerce-Websites relevant sein können. Features wie Cross-Channel-Attribution oder die Analyse von User-Journeys sind bei Plausible (bewusst) nicht vorgesehen.
- Wiederkehrende Besucher: Da keine Cookies gesetzt werden (siehe oben), ist die Analyse von wiederkehrenden Besuchern deutlich weniger exakt als bei GA.
- Weniger Detailtiefe: Es gibt weniger Dimensionen oder Ereignis-Analysen. Wenn man sehr „analytisch“ arbeitet (z.B. mit Google Query & Co.), dann ist GA überlegen.
Fazit: Für uns ist Plausible die bessere Wahl.
Noch setzen wir beide Systeme parallel ein. Doch die ersten Wochen haben uns in der Entscheidung bestärkt, dass für unsere Website Plausible die deutlich bessere Wahl ist.
Vor allem, weil die Web-Analyse nun wieder Spaß macht. Weil man nicht ewig nach den relevanten Kennzahlen suchen muss.
Tipp: Die Online-Marketing-Academy bietet zu Plausible sogar ein Seminar an: Plausible Analytics für Anwender und Umsteiger. Es richtet sich sowohl an Personen, die über einen Umstieg nachdenken als auch an alle, die es einrichten und nutzen möchten.
Über den Autor
Michael Kornfeld ist mit einer über 25-jährigen Laufbahn ein leidenschaftlicher Verfechter von E-Mail-Marketing. Er hält zahlreiche Seminare und Fachvorträge und zählt zu den renommiertesten Experten Österreichs auf diesem Gebiet.